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Die Dornenweide

Im Ort Hambach gibt es eine Straße mit dem Namen Dornenweide.
Zu diesem Straßennamen wird folgende Sage erzählt:

Bei Hambach liegt eine Feldflur, die den Namen Dornenweide trägt. Heute ist sie fruchtbares Ackerland, früher war sie mit Dornengestrüpp bewachsenes Ödland.
Der Ellebach, der durch Hambach fließt, bildet an der Dornenweide eine Ausbuchtung, die Bohnenkaule. Dorthin brachten früher die Frauen das neu gewebte Leinentuch zum Waschen und Bleichen.
Vor vielen Jahrhunderten stand in der Dornenweide eine düstere Burg, auf der ein einsamer Ritter mit seiner reizvollen Tochter lebte.
Der Ritter hatte in jungen Jahren an einem Kreuzzug ins Morgenland teilgenommen und dort eine dunkelhaarige märchenhafte Prinzessin geheiratet.
Er nahm sie mit auf seine Burg nach Hambach, wo sie aber tragischerweise nach kurzer Zeit an Heimweh verstarb.
Aus Angst, auch noch sein Kind zu verlieren, behütete der Ritter seine Tochter überschwänglich. So wuchs eine wunderschöne Frau auf der Burg heran, die versteckt hinter dichten Dornenhecken lag.
Der Ritter hatte einen jungen Kammerherrn, der sich in das Ritterfräulein unsterblich verliebte. Diese beantwortete seine Liebe, obwohl er nicht gleichen Standes war. Der alte Ritter verbot jedoch dieses Glück und die jungen Verliebten konnten sich nur noch heimlich treffen.
Dazu benutzten sie einen unterirdischen Gang, der von Schloss Hambach über Burg Obbendorf zur Burg in der Dornenweide führte.
Jeden Mittag ging nun das verliebte Ritterfräulein zum Bleichen von Leinen zur Bohnenkaule.
Insgeheim traf sie dort ihren armen Freund, der ihr durch den Geheimgang folgte.
Doch der Geheimgang und der Treffpunkt der Liebenden wurde von einem Diener verraten.
Der alte Ritter schäumte vor Wut und ließ den Freund seiner Tochter um die Mittagszeit an der Bohnenkaule durch einen gedungenen Mörder töten.
Die junge Frau konnte den Tod ihres Geliebten, dem sie ewige Treue geschworen hatte, nicht überwinden und erkrankte schwer. Nicht lange nach dieser Gräueltat des hartherzigen Vaters verstarb auch sie an Liebesleid.
Ihr Versprechen – ewige Treue – hält sie bis auf den heutigen Tag.
Wenn die Sommersonne um die Mittagszeit heiß brennt, die Luft vor Hitze flimmert, die Vögel mit ihrem Gesang verstummen und ein geheimnisvolles Rauschen über die Dornenweide zieht, ist das junge Ritterfräulein zu sehen. Schemenhaft geistert sie zu dem Orte, an dem ihr Geliebter einstmals durch Mörderhand umkam.

In Hambach erinnert deshalb noch bis auf den heutigen Tag der Straßenname – Dornenweide – an diese unselige Tat.

Quelle : Sagen und Legenden aus dem Jülicher Land

 

Geschichte:

 

 
 


 
 
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